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Politische Transformation von Südamerika

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  • Politische Transformation von Südamerika

    Nun ist es soweit, Cristina Kirchner ist nicht mehr an der Macht.
    Dafür kommt der Neoliberale Mauricio Macri.

    Was hat Cristina aus Geo- und Weltpolitiksicht gemacht?
    -IWF aus dem Land gejagt
    -Schulden abgebaut
    -Kein Reinreden von IWF und Co. in eigene Makroökonomie, gegen Austerität
    -Sich mit ausländischen Hedgefonds angelegt, Investment Banking abgelehnt
    -Sich für eine Rückgabe der Islas Malvinas von den Britischen Kolonialisten eingesetzt
    -Setzt sich für eine bessere weltweite Vermögensverteilung ein
    -Geisselte Kriegstreiberei und militärische Eingriffe sowie wirtschaftliche Einmischung der USA/NATO/Israel

    Danke Cristina!

    Was man unter dem Neoliberalen Karrieristen erwarten kann kennen wir schon.
    "Wir müssen.." "Es ist alternativlos" "Wir dürfen uns nicht isolieren... IWF, ausl. Banken sind willkommen" =>Verteuerung aller Produkte wegen zu zahlenden Zinsen "Sparen, sparen" "Bail out" "freier Markt, weniger Rente"

    Im zweiten Riesenland auf dem Kontinent - Brasilien - ist es ähnlich.
    Rousseff ist so gut wie weg. Spätestens 2018 ist gesetzlich Schluss. Was hat sie u.A. gemacht?

    -Korruption bekämpft - ja trotz Petrobas etc.
    -NSA hart kritisiert ("Rechtsbruch" und Obama-Entschuldigung verlangt. Man hörte wenig in dieser Richtung von NATO-Staaten...)

    Über die obengenannten Dinge liest der Durchschnittsbürger in Europa fast Nichts in der Zeitung.
    Aber wem gehören die Zeitungen denn? Ah, denjenigen welche von Kirchner und Rousseff bekämpft wurden...
    Im eigenen Land haben sie ihre eigenen Medien, aus gutem Grund!

    Wie sieht es sonst aus?
    Venezuela - Maduro hat nun eine Oppositionsmehrheit im Parlament
    Ekuador - Correa agiert plötzlich Firmenfreundlich & Proteste mehren sich
    Chile - Präsidentin Bachelet (mit Vergangenheit in Deutschland) hat u.A. in den USA studiert und ist in der UNO brav integriert. Also kein Handlungsbedarf auch wenn sie offiziell links ist.
    Paraguay - die haben einen kriminellen konservativen Millionär namens Cartes.
    Bolivien - der Hoffnungsschimmer. Demnächst wird abgestimmt ob Präsidenten sich zwei mal wiederwählen können.
    Uruguay - m.E. macht Vazquez einen guten Job. Man hört nicht viel über politische Änderungen


    Bis vor weniger Monate dachte ich, dass Südamerika - ausser Kolumbien & Paraguay - sich gut macht und über lange Jahre fähige und vor Allem integrere! politische Leiter hat.
    Nun stelle ich fest, dass es die Finanzglobalisten geschafft haben erst mal in den grössten Länder das Steuer rumzureissen und sie auch auf den Weg des Kapitalismus im Endstadium zu nehmen.

    Der Rohstoffpreiszerfall und Stärkung des US Dollars sorgten dafür, dass die Staaten weniger Einnahmen und in eigener Währung gemessen höhere Ausgaben haben.
    Wenn man so Wirtschaften zerstört, kann man dann praktischerweise sagen, dass es am Wirtschaftssystem der unbeliebten Staatsführern liegt.
    Dass in den eigenen US & NATO Länder der Wohlstand der Bürger seit Jahrzehnten den Tauchgang macht muss man ja nicht thematisieren.

    In keiner Zeitung liest man, dass bei uns vor 25 Jahren 1 durchschnittliches Einkommen für eine 4-köpfige Familie locker reichte und nun sich Doppelverdiener ausrechnen müssen ob sie sich 1 Kind leisten können. Auch so kann man Bevölkerungsgruppen ausrotten...
    Dafür liest man unentwegt wie böse die sozialen Südamerikaner sind oder sich deren Wirtschaft ganz schlimm von +4 auf +3% abkühlt oder die Arbeitslosenquote um 2% steigt.
    Bei uns bescheisst man einfach in der Statistik und veröffentlicht dann diese. Es grüsst das EU BIP inkl. einer Schätzung für Drogen, Prostitution und Erpressungsgelder sowie die US Partizipationsrate.

    Wenn das so weiter geht, gibt es in 10 Jahren zwischen USA und Süd Amerika wieder eine Operation Condor...

    Bis dahin dürfen wir uns wohl primär in den kleineren Ländern über die Demokratisierungsanstrengungen von CIA und Soros - ja, der ist auch in Süd Amerika engagiert - freuen.

    http://www.globalresearch.ca/a-timel...cities/5348804
    http://www.strategic-culture.org/new...in-brazil.html
    http://www.granma.cu/idiomas/aleman/...20zetteln.html


    Wie seht ihr die Entwicklung in Süd Amerika?

  • #2
    Falls sich doch noch jemand für Südamerika interessiert...

    Die wohl bereits überholte Hoffnung von Noam Chomsky:
    https://www.youtube.com/watch?v=7kfDAL2dq1U

    Die Isolation der USA scheint aus deren Sicht überwunden.

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    • #3
      trage mich mit dem Gedanken nach Brasilien zurückzugehen. Habe dort 25 Jahre gelebt und gearbeitet, aber jetzt bin ich -Rentner 70 Jahre alt. Habe Bedenken aber hier geht es ja den Bach runter und eh es zu spät ist. Meine Frage, wie länge wird es dauern ehe es hier in Deutschland kracht ?

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      • wolli_l
        wolli_l kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Hallo, lieber Bahia.

        trage mich mit dem Gedanken nach Brasilien zurückzugehen.
        Eine Option, die indes gut überlegt sein sollte. Aber eine tatsächlich spannende Frage, wie ich persönlich finde.

        Neben zu klärenden 'Basics' (Wird die deutsche Rente dorthin überwiesen werden? Fallen Steuern an, wenn ja: welche? Wie ist die Gesundheitsversorgung vor Ort dort, wohin Sie gehen würden, und was wird diese kosten? Wie steht es um Ihre Sprachkenntnisse? Sicher gibt es viele weitere Punkte...) spielt die politische 'Großwetterlage' eine sicher nicht unerhebliche Rolle.

        Meine Frage, wie länge wird es dauern ehe es hier in Deutschland kracht ?
        Abgesehen davon, was man unter 'kracht' konkret versteht: Genaue Zeitpunkte wird letztlich niemand benennen können. Die aktuelle Situation in Brasilien scheint indes zudem auch nicht besonders rosig zu sein (Rezession, Korruptionsvorwürfe an die derzeitige Präsidentin Brasiliens mit möglicherweise folgenden Unruhen).

        Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich zunächst den Kontakt mit Menschen suchen, die sich ebenfalls mit dem Gedanken tragen, nach Brasilien auszuwandern bzw. dies vor kurzem taten. Bestimmt gibt es entsprechende einschlägige Foren/Internetseiten dazu. Dies sollte den eigenen Entschluss schärfen (pro oder kontra Auswanderung).

        Ich wünsche Ihnen ein gutes Augenmaß bei Ihren Überlegungen bzw. Ihrer Entscheidung. Viele Grüße, -wolli_l-
        Zuletzt geändert von wolli_l; 06.01.2016, 23:32.

    • #4
      Hallo lieber Wolli,
      danke für den ausführlichen Denkanstoß. Ich habe leider nicht erwähnt das ich Brasilien gut kenne und auch Portugisiesch spreche.
      Meine Frage und meine Bedenken sind wie wird es Brasilien ergehen wenn's hier knallt?
      Denn Brasilien ist wirtschaftlich schwach, sehr korupt und das ganze Geldsystem? denn ich bekomme kaum Rente
      (habe selbst vorgesorgt, mir geht es gut) aber was wird wenn alles den Bach hinunter geht?

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      • pgut
        pgut kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        ehrlich gesagt glaube ich, dass es in Südamerika vergleichsweise ruhig bleibt wenn es in Europa kracht und auch die VSA einbezogen werden sollte.

        Mit den aktuellen Alternativen zu Rousseff sieht dies zwar nicht danach aus. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass im Falle eines grösseren globalen Kollapses oder gar Krieg eine soziale auf Brasilien konzentrierte Politik eine Chance hat.
        Die üblichen ausländischen Kandidaten welche dies jeweils bekämpfen wären dann mit anderen Themen beschäftigt.

        Ich sehe trotz letztes politischer Entwicklung für Südamerika noch eine bessere Entwicklung als in Europa.
        Man wird arm sein, aber sich halt auch mehr vom Finanzsystem und Globalisierung abwenden und stattdessen - hoffentlich - wieder mehr Landwirtschaft betreiben, sich damit selbst zu versorgen und Tauschhandel machen.

    • #5
      Paar Tage alt aber trotzdem:
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-14074608.html

      schau mal an der eingesetzte Agent Macri bezahlt die Principals...

      man kann nur hoffen, dass man diesen Mann sofort wieder aus dem Amt jagt.

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