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QE - das "süße Gift" der Notenbanken - und wie "man" damit umgeht

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  • QE - das "süße Gift" der Notenbanken - und wie "man" damit umgeht

    Die Staatsanleihenaufkäufe der Notenbanken (gemeinhin als Quantitative Easing, kurz "QE" bezeichnet) beunruhigen mich zusehends.

    Japan praktiziert dies schon seit mehr als 10 Jahren, die FED (USA) von 2009 bis 2014, die EZB (Europa, konkret Euroland) seit dem Frühjahr 2015 (Quelle, mit Belegen: Wikipedia-Artikel "Quantitative Lockerung").

    Je nach Institution soll dies folgendes bewirken: Ankurbelung der Wirtschaft bzw. Erzwingen einer Inflationsrate von rund 2 Prozent.

    Hat es das bewirkt? Sorry, ich sehe das nicht wirklich.

    Vielmehr sehe ich, dass es dadurch den (Investment-)Banken leicht gemacht wird, "billiges Geld" zu beschaffen: Meist ist es ja wohl so, dass die Notenbanken die Staatsanleihen nicht direkt vom Staat kaufen, sondern am Sekundärmarkt. Man überlässt es also den Banken, die Staatsanleihen vom Staat zu kaufen und übernimmt sie dann (sicherlich mit Aufpreis - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!) von den Banken. Insofern machen es die Notenbanken den (Investment-)Banken leicht, an Geld zu kommen.

    Die Hoffnung - mehr ist es ja wohl nicht - der Notenbanken ist, dass die Banken diese Liquidität nutzen, um der Wirtschaft günstige Kredite anzubieten. Mag sein, dass einige Banken dies zwar tun. Die Wirtschaft wird diese Kreditangebote (für Investitionen) indes nur annehmen, wenn sie meint, dass sie sich rentieren. In Zeiten "mauen" Wirtschaftwachstums ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Wirtschaft etwa in neue Maschinen (und dergleichen) investiert. Daher dürfte die Nachfrage nach solchen Krediten in solchen Zeiten (derzeit?!) eher überschaubar sein.

    Stellen Sie sich vor, Sie sind der Chef einer (Investment-)Bank und Ihre Notenbank schei... Sie mit Geld zu (vgl. dieses Video - Mario Adorf wäre hier die Notenbank), Sie werden das Geld aber über Kreditvergaben nicht los. Was machen Sie dann? Sie kaufen Aktien noch und nöcher (weil Anleihen praktisch keine Rendite mehr abwerfen). Irgendwann haben Sie sich daran gewöhnt, wie ein Junkie an seinen Stoff.

    Das ganze treibt die Aktienkurse, die Aktienindizes, immer höher. Nun schon seit so vielen Jahren.

    Das nennt man wohl das Aufpumpen einer Blase.

    Fragen:

    Was mag passieren, wenn diese Blase platzt? Der Knall, den es dann gibt, wird vermutlich so laut sein wie noch kein Knall zuvor. Die Aktienmärkte werden dann wohl wegen dieser "Blase aller Blasen" implodieren. Die dadurch entstehenden Folgeschäden sind meiner Meinung nach überhaupt nicht absehbar.

    Wird die Blase (überhaupt) platzen? Meiner Meinung nach nach ja. Wenn die Notenbanken den "Knall" nicht selbst initiieren (durch Einstellung des QE), wird ein "externes Ereignis" ("schwarzer Schwan") dazu führen.

    Wann wird die Blase platzen? Nächste Woche, nächstes Jahr, in fünf oder zehn Jahren? Man weiß es nicht. Ich jedenfalls nicht.

    Welche Maßnahmen sollte man treffen bzw. welche Konsequenzen daraus ziehen? Ich nenne mal ein paar Ratschläge, von denen ich sicher glaube, dass sie einen cashkurs-Konsens darstellen, indes ganz sicher nicht in jedem und für jeden Einzelfall (dies ist keine Anlageberatung!).
    1) Mit den (Aktien-)Märkten "mitschwimmen", also in Sachwerte investieren, dabei breit streuen. Dabei sich mehr oder minder gegen Crashs absichern. Dies kann man "selbst machen" (Kauf von ETFs nebst Put-Optionsscheinen) oder es Profis überlassen (Beispiel: DMPA-Fonds), oder - noch besser - man investiert in Beides.
    2) Edelmetalle kaufen, aber vorzugsweise physisch.
    3) Hinreichend Liquidität bereithalten (Tagesgeld-Konto).
    Diese drei Maßnahmen scheinen mir zunächst hinreichend zu sein. Die individuelle Gewichtung der Maßnahmen muß stets individuell entschieden werden - hier gibt es (leider) keine "Generalregel".

    Warum schreibe ich diesen Beitrag?
    1) Um Sie/Euch zum Nachdenken/Diskutieren anzuregen (wenn Ihnen/Euch das Obige überhaupt nicht neu ist - Ihr/Sie seid "alte Hasen").
    2) Um denjenigen, denen diese "Sauereien" neu sein mögen, einige Gedankenanstöße zu geben (auf die Gefahr hin, oben nicht alles 100-prozentig "korrekt" dargestellt zu haben - ich habe mich indes ehrlich bemüht).

    Feedback(s) gerne willkommen - bitte sachlich/konstruktiv bleiben - danke vorab.

    Viele Grüße, -wolli_l-

  • #2
    Was mag passieren, wenn diese Blase platzt?
    Das weiß natürlich niemand, weder was genau passiert, noch wann es pasiert. Ob es der größte Krach aller Zeiten sein wird, ist auch schwer zu sagen, da wir bspw. weder die Tulpenmanie noch die Weimarer Hyperinflation noch die 30er-Jahre-Depression selbst miterlebt haben. Aber, dass es nicht gut enden wird, ist sicherlich die bevorzugte Variante. Finanzalchemie (Gelddrucken) hat noch nie dauerhaft funktioniert. Deshalb hat @Dirk Müller recht damit, sich bestmöglich auf alle Szenarien vorzubereiten.

    Wird die Blase (überhaupt) platzen?
    Ich halte es für wahrscheinlich, dass es mehrere Faktoren sein werden, sodass eine einzige Antwort da schwierig sein wird. Zentral wird sicherlich das Vertrauen in die Alchemisten und Politiker sein bzw. das Nichtvertrauen.

    Wann wird die Blase platzen?
    Meiner Meinung nach, wenn das Vertrauen der Bürger weg ist und Panik ausbricht. Noch "schlafen" zu viele.

    Welche Maßnahmen sollte man treffen bzw. welche Konsequenzen daraus ziehen?
    Stimme zu. Ergänzend sehe ich aber noch - ist natürlich vom Alter sowie von der familiären Situation abhängig - die Bildung bzw. Jobwahl und -aussichten als wichtig an. Es muss ein sicheres Einkommen geben, damit an sich nicht abhängig macht vom Staat. Der wird im Zweifel den Rotstift auspacken und das von den hart arbeitenden Bürgern erwirtschaftete Geld wie in zahlreichen Beispielen (Griechenland, Zypern) nicht zugänglich machen und einfrieren. Etwas Bargeld haben ist sicherlich nicht von Nachteil.

    Kommentar


    • #3
      Was mag passieren, wenn diese Blase platzt?
      Ja das ist natürlich eine schwierige Frage. Aber ich bin in einem Alter wo ich zwar als Kleinkind das Ende des 1000Jährigen Reiches (nicht bewusst)
      erlebt habe. Aus den Erzählungen meiner Eltern habe ich aber wahrgenommen, dass wegen dieses Zusammenbruches natürlich alle Güter die nicht
      essbar waren bei den Bauern in Nahrung umgesetzt wurden. Die Bauern konnten sich den Kuhstall mit Perserteppich auslegen.(natürlich nur symbolisch gemeint)
      Aber ich würde heute jüngeren Meschen empfehlen in irgend einer Form, sei es mit Beteiligungen an einem Landwirtschaftsbetrieb, oder Erwerb von
      Grund, zukunftsunabhängiger zu machen. Einen Garten zu besitzen, half mancher Familie aus der gröbsten Not.

      Kommentar


      • wolli_l
        wolli_l kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Vielen Dank für diesen sehr guten Hinweis! Die 'jungen Leute' (auch ich gehöre sicher nicht mehr dazu) dürften derartige Überlegungen indes eher nicht 'auf ihrem Radar' haben - sie scheinen vielmehr erneut wieder auf Kapital-Lebensversicherungen zu setzen. Fazit: Nichts dazu gelernt. Mein Großvater scherte (weit vor dem Krieg) als Lehrer aus dem staatlichen Rentenversicherungssystem aus und setzte lieber auf eine LV. Nach dem Krieg war diese quasi 'pulverisiert'. Dumm gelaufen!

        Nun kann man sicher einen Aktien-Mega-Crash nicht mit der Situation nach einem Krieg gleichsetzen. Gleichwohl mögen die Effekte ganz ähnlich sein. Insofern pflichte ich Ihrem Hinweis unbedingt bei! Ein Stück 'eigene Scholle', die man bei Bedarf bewirtschaften kann, kann sich durchaus als persönlicher Vorsorge-Volltreffer erweisen.

        Herzliche Grüße und nochmals besten Dank für Ihren Hinweis, -wolli_l-
        Zuletzt geändert von wolli_l; 23.11.2015, 23:53.
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