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  • Totalüberwachung

    Mit Riesenschritten marschieren wir seit 9/11 hinter der Fahne des globalen Krieg gegen den Terror in die Totalüberwachung.
    Den Takt geben inzwischen jedoch Regimes wie z.B. das chinesische vor.
    Im sog. demokratischen Westen wird ob dieser Entwicklungen die Phantasie beflügelt und es werden Begehrlichkeiten geweckt.
    Es wird aus meiner Sicht Zeit, solche Punkte hier zu aggregieren, damit sie nicht in der Vielzahl der Forenthreads verloren gehen.

  • #2
    Die Benchmark:

    Ein digitales Punktekonto soll flächendeckend in China eingeführt werden und gute von schlechten Bürgern unterscheiden. Die soziale Bewertung des Einzelnen hat jedoch weitreichende Konsequenzen für sein Leben.
    [...]
    Der Zentralcomputer sammelt Daten von 50 Behörden. Er vergibt Pluspunkte für gewolltes Verhalten. Und er zieht Punkte ab, wenn Menschen irgendwie abweichen und gegen Regeln verstoßen.
    [...]
    Lange galt das Internet als Gefahr für Diktaturen, weil Menschen sich breit informieren und sich zusammentun könnten. Doch Chinas Führer nutzen inzwischen die Datenmassen – Big Data – zur Überwachung. Mehr noch. Mit den neuen digitalen Möglichkeiten sollen die Menschen erzogen werden. "Es ist zweifellos das ehrgeizigste orwellsche Vorhaben der Menschheitsgeschichte", sagt Sebastian Heilmann, Direktor des China-Instituts Merics in Berlin.
    [...]
    Das Sozialpunkte-System ist das neue Herrschaftsinstrument. Es soll den Ein-Parteien-Staat erhalten und "gute" Untertanen formen.
    [...]
    Ein einfacher Verkehrsverstoß kostet fünf Punkte. "Wer betrunken Auto fährt, fällt direkt auf Stufe C", sagt Direktor He. Das sind 600 bis 859 Punkte. Darunter gibt es nur noch Stufe D. So jemand findet schwerer Jobs und wird nicht befördert.
    [...]
    Nicht nur Justizdaten fließen bereits heute ein, auch Banken kooperieren mit dem Sozialkredit-System. Ähnliches gilt für Internetkonzerne wie Alibaba: Keiner sammelt in China mehr Daten über seine Kunden als der Kreditarm Sesam (Zhima) der weltgrößten Handelsplattform. Das Sozialkreditamt in Rongcheng habe eine Zusammenarbeit mit Alibaba vereinbart, berichtet Direktor He. "Was genau an Daten ausgetauscht werden soll, wird noch verhandelt."
    [...]
    Auf einer Schautafel wird vor kritischen Äußerungen online gewarnt. Wenn jemand "im Internet Gerüchte verbreitet oder andere verleumdet", könne die Familie nicht mehr als "zivilisiert" eingestuft werden.
    https://www.heise.de/newsticker/meld...html?seite=all

    Wenn es um die Formung guter, folgsamer und unkritischer Untertanen geht, fällt mir ein seit Spätsommer 2015 in Deutschland dominantes Thema ein, wo STASI geschulte Akteure dank Zensurgesetz (NetzwerkDG) bereits heute in die Position des ideologischen Privatrichters erhoben wurden und somit das Grundrecht der freien Meinungsäußerung eingeschränkt wird. Nicht nur Meinungen zu zensieren, sondern direkt das Leben der Andersdenkenden per Punktekonto zu zerstören, dürfte deren feuchter Traum sein.

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    • #3
      Die Schilderbrücken von Toll Collect müssen nun nicht mehr als Überwachungs-"Brückentechnologie" zweckentfremdet werden.
      Das Auto als fahrende Wanze mit eingebautem Peilsender:

      Mit 1. April [2018] müssen in allen Neuwagen eSIM-Karten verbaut sein. Die Absichten sind edel: Bei Unfällen sollen die Rettungskräfte schneller vor Ort sein. So sollen Autos etwa Hilfe holen, wenn die Airbags ausgelöst wurden.
      [...]
      Die Automobilhersteller setzen diese nun um, indem sie SIM-Karten mitsamt Computer verbauen. Dabei sind allerdings die Überwachungsrisiken nur schwer einzuschätzen: Denn wie jedes Gerät ist der „eCall“-Computer wohl hackbar. Aber auch der Staat und Firmen könnten Chancen zum Abhören wittern.
      Laut Verordnung wird das bordeigene Gerät im Fahrzeuginneren fest eingebaut und ist nicht abschaltbar. Mitunter soll eine „Tonverbindung zwischen dem Fahrzeug und dem Drittanbieter hergestellt“ werden.
      [...]
      Die Programmierung und die Funktionsweise dieses Computers lässt sich bisher nicht nachvollziehen.
      Prinzipiell können solche Systeme, denen sich Autonutzer nicht entziehen können, auch missbraucht werden, beispielsweise wenn diese Fahrer sensible Informationen im Auto besprechen.
      [...]
      Das Auto wird somit zum potentiell überwachten Raum. Die Sim-Karte kann als Ortungsgerät, aber auch als Wanze dienen.
      https://netzpolitik.org/2018/ecall-v...edem-neuwagen/

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      • #4
        In diesem Kontext darf natürlich das Thema "Bargeldabschaffung" nicht fehlen, wird jedoch bereits hier besprochen:

        "In dieser Welt ist nichts mehr sicher" - Prof. Max Otte über die Gefahren einer Bargeldbeschränkung
        https://forum.cashkurs.com/forum/for...r-die-gefahren

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        • #5
          Natürlich darf folgender Themenkomplex nicht fehlen, obwohl da inzwischen kein Hahn mehr nach kräht.
          Nennt man wohl Gewöhnungseffekt.

          Themensammler Snowden und die NSA und Big Data
          https://www.heise.de/tp/thema/Snowde...A-und-Big-Data

          Prism, XKeyscore, Muscular ...
          06. Januar 2014 Peter Schaar

          Sind die USA zur Selbstkorrektur fähig?

          Angesichts der globalen Überwachung, die maßgeblich vom US-Computergeheimdienst NSA ausgeht, stellt sich die Frage, ob die westlichen Demokratien, allen voran die USA, zur Selbstkorrektur fähig sind.
          https://www.heise.de/tp/news/Prism-X...r-2102425.html

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          • #6
            Auf folgende perfide Strategie hatte kürzlich Herr Müller hingewiesen:

            Das Weltwirtschaftsforum lässt eine totalitäre Horrorvision wahr werden
            Norbert Häring berichtet über einen neuen, schier ungeheuerlichen Vorstoß zur erzwungen-freiwilligen Totalüberwachung durch uns selbst, die schon bald Wirklichkeit werden soll. Der zunächst bei Grenzübergängen geplanten biometrischen Erfassung soll die "alltägliche Anwendung" gesammelter Daten folgen und so letztlich alle Aktivitäten des Einzelnen erfasst werden. So steht es geschrieben. Besonders perfide ist, dass die Verantwortung für die Daten hierbei den sich selbst überwachenden Menschen zugeschrieben wird...
            https://www.cashkurs.com/hintergrund...n-wahr-werden/

            Hier nochmal das o.g. Konzeptpapier
            „Der bekannte Reisende: Wie man das Potential der digitalen Identität für sicheres und reibungsloses Reisen hebt“
            Zuletzt geändert von Pleite; 30.03.2018, 10:14.

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            • #7
              Hatte ich hier irgendwo schon einmal erwähnt, finde ich jedoch nicht mehr.
              Ein Grund mehr, es hier noch einmal zu erwähnen:

              Staatstrojaner: Bundestag hat das krasseste Überwachungsgesetz der Legislaturperiode beschlossen
              [...]
              Kurz vor Ende der Legislaturperiode will der Bundestag einen netzpolitischen Kracher beschließen: den massenhaften Einsatz von Staatstrojanern. Bei einer langen Liste an Straftaten, wo bisher ein Telefon abgehört werden darf, soll die Polizei in Zukunft Smartphones und andere Geräte mit Schadsoftware infizieren können.
              [...]
              Verfahrenstrick mit Copy-and-Paste

              Um die öffentliche Debatte klein zu halten und den Bundesrat zu umgehen, hat die Große Koalition einen Verfahrenstrick angewendet. Statt eines ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens haben SPD und CDU den Staatstrojaner in einem ganz anderen Gesetz über das Fahrverbot als Nebenstrafe versteckt. Erst kurz vor Verabschiedung dieses Gesetzes haben die Abgeordneten den Staatstrojaner darin untergebracht, mit einer „Formulierungshilfe“ der Bundesregierung.
              https://netzpolitik.org/2017/staatst...slaturperiode/

              Ja, diese Undercover "Huckepackverfahren" heben sich die Wählerfreunde für die besten Leckerbissen auf.
              Und kein Schwein interessiert es.

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              • #8
                Im land of the free sind ebenfalls Fortschritte zu verzeichnen:

                Amazon ermöglicht Live-Gesichtserkennung für ganze Städte
                [...]
                Der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union) stößt insbesondere auf, dass auch eine Polizeibehörde im Bundesstaat Oregon Rekognition einsetzt. Im dortigen County Washington hat der Sheriff 300.000 Fotos von Festnahmen, sogenannte Mugshots, Amazon zum Abgleich zur Verfügung gestellt. Damit können die Beamten sofort erfahren, wo welche Personen vor eine Kamera laufen, die einmal festgenommen worden waren. Zudem können Sheriff-Beamte über ihre Smartphones beliebige Fotos beisteuern.
                https://www.heise.de/newsticker/meld...e-4055143.html

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                • #9
                  Ich weiß nun wirklich nicht, warum die teutsche Pfundsregierung diese abgassündigen Autokonzerne nicht schon längst verpflichtet hat, in jedes Kfz so ein niedliches Kästken einzubauen, das allüberall das Rotlichtüberfahren, Zebrastreifenvorfahrterzwingen, Tempoüberschreiten usw. registriert und die fälligen Bussen sofort vom Konto des Übeltäters wegschrubbt. Und natürlich die Alkoholfahne des Lenkers auswertet und den Zündschlüssel gleich wegsperrt. Aber ich fürchte, das kommt sicher schon seeehr bald.

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                  • #10
                    Im aktiv herbeigeführten Bedrohungsklima entwickelt sich die deutsche Polizei wieder zur Geheimpolizei:

                    Datenkrake Polizei? Palantir als die Spitze des Eisberges

                    Neue gesetzliche Befugnisse und technische Anschaffungen erweitern die Überwachungsmöglichkeiten der deutschen Polizei immens. Die Bürger- und Persönlichkeitsrechte geraten unter die Räder
                    [...]
                    Den nun eingesetzten Untersuchungsausschuss begründen die Vertreter der hessischen FDP und SPD nicht mit grundsätzlichen bürgerrechtlichen Fragen; ihnen geht es vor allem um die dubiose Auftragsvergabe. Außerdem halten sie das Unternehmen für nicht vertrauenswürdig. Zwischen Palantir und der Firma Cambridge Analytica gibt es zumindest personelle Überschneidungen. Letztere spielte bekanntlich eine gewisse Rolle im US-Wahlkampf von Donald Trump und trieb Schindluder mit Facebook-Daten.
                    [...]
                    Palantir dient dazu, strukturierte und unstrukturierte Daten zusammenzuführen und für die jeweiligen Analysten aufzubereiten. Laut Angaben der Firma (die natürlich mit Vorsicht zu genießen sind) können alle denkbaren Datenformate integriert werden: Massendaten aus dem Internet, überwachte Telekommunikation, staatliche Register, Kontobewegungen, Bewegungsprofile und so weiter und so fort. Vertreter der Sicherheitsbehörden zeigten sich regelmäßig beeindruckt davon, wie schnell Palantir mit riesigen Datenmengen fertig wird.
                    [...]
                    Bürgerrechtler warnen gerne vor dem sogenannten function crep. Schleichend werden bestimmte Maßnahmen auf andere Straftatbestände ausgeweitet. Neue technische Möglichkeiten, die tief in die Persönlichkeitsrechte eingreifen, werden typischerweise zunächst für die Terrorabwehr eingesetzt, später dann auch, um die organisierte Kriminalität zu bekämpfen, schließlich gegen Alltagskriminalität. Palantir ist für diese Entwicklung ein Musterbeispiel. Zuerst setzten sie die amerikanischen Militärs und Nachrichtendiensten im Irak und in Afghanistan für die Aufstandsbekämpfung ein. Heute nutzen sie Polizeibehörden in großen kalifornischen Städten, um beispielsweise Risikoprofile von mutmaßlichen Gang-Mitgliedern zu erstellen. Die Überwachungstechnik wanderte von Nachrichtendiensten zur Polizei.
                    https://www.heise.de/tp/features/Dat...html?seite=all

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                    • #11
                      Das Beispiel der Briten dürfte auch hier noch Schule machen:

                      5.5.2017
                      Die britische Regierung verlangt von Providern tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung eines massiven Überwachungsgesetzes, das 2016 beschlossen worden war. Das geht aus einem Anforderungspapier hervor, das zur Konsultation an die Provider gegangen ist und nun von der Open Rights Group an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Es verpflichtet alle Telecom-Konzerne und Internet Service Provider dazu, Geheimdiensten einen Zugriff in Echtzeit auf jegliche Kommunikation von Zielpersonen zu ermöglichen. Das gelte auch für "sekundäre Informationen" und schließe verschlüsselte Daten ein – weswegen britische Unternehmen Hintertüren einführen müssten, erläutert The Register.
                      https://www.heise.de/newsticker/meld...t-3703737.html

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                      • #12
                        Na hoffentlich wird diese Datenbank besser abgesichert, als der Bundestag oder das auswärtige Amt:

                        17.5.2017
                        Die Aufrüstung der Geheimdienste geht in die nächste Runde: Nun sollen sie auch Biometriedaten aus Ausweisen und Pässen automatisiert abrufen dürfen – ab sofort. Nichts hindert die Behörden mehr, eine bundesweite Datenbank anzulegen und automatisch zu rastern. Anstatt auf Kritik einzugehen, weitet die Große Koalition die Zugriffe noch aus.
                        https://netzpolitik.org/2017/morgen-...geheimdienste/

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                        • #13
                          Noch ein Puzzleteil:

                          14.06.2017
                          Die Sicherheitsbehörden müssten rechtlich und technisch in die Lage versetzt werden, etwa zur Terrorabwehr auch Nachrichten auf Messengerdiensten abgreifen zu können, wie es bereits bei Telefon und SMS möglich sei. Dazu könnten seinen Worten zufolge Instrumente wie die Onlinedurchsuchung und Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) genutzt werden.
                          http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1152115.html

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                          • #14
                            Die Hardware muss natürlich ebenfalls verwanzt werden:

                            1.12.2017
                            Der amtierende Innenminister Thomas de Maizière will die Industrie verpflichten, Hintertüren in allen digitalen Geräten zu schaffen. Betroffen sind private Tablets und Computer genauso wie Bord-Computer in Autos, Smart-TVs und alle anderen Geräte im „Internet der Dinge“ – von der Küchenmaschine bis zum vernetzten Sexspielzeug. Das geht offenbar aus einer Beschlussvorlage des Bundes hervor, aus der das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zitiert.
                            [...]
                            Zudem will de Maizière eine Art „Kill-Switch“, mit dem im Krisenfall die Sicherheitsbehörden private Rechner herunterfahren können.
                            https://netzpolitik.org/2017/neue-ue...alen-geraeten/

                            Beispielsweise im 'Krisenfall' der freien Meinungsäußerung?
                            Zuletzt geändert von Pleite; 30.07.2018, 19:01.

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                            • #15
                              Der Bürger ist der Feind:

                              Polizeigesetz Niedersachsen: "Freiheitsrechte bis zur Unkenntlichkeit beschnitten"
                              [...]
                              Die Regierung wolle "durch offene Formulierungen und ohne hinreichende Kontrollvorkehrungen der Polizei Eingriffsbefugnisse einräumen, von denen jeder auch noch so Rechtschaffene in Niedersachsen betroffen sein kann".
                              https://www.heise.de/newsticker/meld...n-4132590.html

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