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Microsofts US-Marketingchef: Werdet „Teil der Zukunft“ oder arbeitslos

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    Ich möchte heute an meine vorherigen Berichte zum Thema „Industrie 4.0“ und dem damit verbundenen Einsatz von Robotern, Automatisierungstechnik und Künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft anknüpfen.
    Microsoft-Gründer Bill Gates zählt zu jenen, die schon relativ frühzeitig vor den mit dieser Entwicklung verbundenen sozialgesellschaftlichen Turbulenzen und Umbrüchen gewarnt hatte.


    Den vollständigen Beitrag finden Sie unter diesem Link.

  • #2
    Die bisher zu diesem Beitrag geposteten Kommentare:
    axlome am 03.04.2017 um 17:17 Uhr
    Ich bin genau in dieser Softwarebranche tätig, welche die Digitalisierung vorantreibt und arbeite auch Microsoft zusammen und rede täglich mit großen Industriekunden.
    Bei den Aussagen ist sehr viel Marketinggeschwätz dabei. Die Realität sieht in Deutschland größtenteils anders aus.
    1. Gibt es in der Industrie im Bereich IT/Automasierung sehr viele offene Stellen und wenig Bewerber, die eine Digitalisierung auch umsetzen. Es werden erst vereinzelte Projekte begonnen.
    2. Bei den meisten produzierenden Firmen ist Digitalisierung eine Evoluation und keine Revolution. Das geht alles ziemlich langsam voran.
    3. Ich bin mit sehr großen Unternehmen in Deutschland in Kontakt und bekomme mit, dass jetzt erstmals das Thema I.4.0 und Digitalsierung Prioritäten im Management bekommt, z.Bsp. durch eine CDO Position. Der Mittelstand ist meist noch weiter zurück.
    4. Ich weiß nicht warum hier auf dieser Seite immerzu über bedingungsloses Grundeinkommen gesprochen wird? Wir haben die niedrigste Arbeitslosenrate seit Jahren!
    Vor Jahren hat man schon über die Automasierung der Produktion gesprochen. Neue Arbeitsplätze entstehen, alte fallen weg. Dass heißt aber nicht, dass plötzlich alle ihre Job durch Roboter und Computer verlieren.
    Wir brauchen vielleicht zuküftig weniger Facharbeiter, dafür aber mehr Security und Sozialarbeiter. Die Arbeit wird so schnell nicht ausgehen.

    Also lasst die Marketingabteilungen von Microsoft weiterhin ihre Cloud Produkte usw. als absolute Notwendigkeit zum Überleben anpreisen. Es müssen nur die Kunden es auch noch so sehen und da sind wir noch meilenweit entfernt.
    Bla am 03.04.2017 um 17:52 Uhr
    Das Traurige ist wohl, das oftmals gerade die, die mit der Arbeitslosigkeit am ehesten etwas anfangen könnten, auch in Zukunft weiterhin einen Job finden werden. Ich schätze trotzdem, Sie sind da etwas zu pessimistisch. Zumindest insofern, dass es sich klar um lösbare Probleme handelt. Die Frage ist nur, wie früh dies in der Politik erkannt wird...
    PlanB0 am 03.04.2017 um 18:27 Uhr
    Hallo Herr Baudzus,
    wie ich bereits in anderen Ihrer Artikel anmerkte, sehe ich das fast genau, wie Sie. Nur muß ich sagen, dass Mr. Conn sich sicher keine Gedanken über die 80% machen muß. Er macht sich Gedanken, wie das Unternehmen, für das er arbeitet auch in Zukunft führend bleiben möchte. Das ist auch nur legitim. Lösungen für solche Entwicklungen unserer Arbeitswelt müßten visionäre Politiker parat haben. Aber hier sehe ich schwarz. Wenn ich höre dass Merkel & Co. in Sachen Internet nur die Antwort haben: "Das Internet ist eine komplizierte Sache." Oder unser EX-Bundespräsie Gauck sogar äußert: "Das Internet macht mir irgendwie Angst." An so etwas können wir sehen, wen wir da mit der Zukunft unseres Landes betraut haben. Da werden Blinde damit betraut, Aquarelle zu malen. Na ja. Das ist nun mal Demokratie. Scheinbar haben unsere Polit-Spezies aber noch alle Zeit der Welt -glauben sie- und merken garnicht, dass da ein ICE mit 300km/h um die Kurve kommt, da die Damen und Herren noch im Kutschfahr-Zeitalter leben. Was den Arbeitsplatzabbau angeht, sehe ich das noch kritischer, wie Sie (wenn das überhaupt geht). Ich sehe das so, das Unternehmen in Zukunft kaum noch standortgebunden sein werden (aus Gründen des Humankapitals). Es wird sich alles darum drehen, wo habe ich als Unternehmen die größte Rechtssicherheit, die niedrigsten Steuersätze und die günstigsten Logistikkosten. Und so könnte ein europ. Unternehmen auch in der Schweiz günstig herstellen oder aber in Deutschland. Alles kaum noch ein Problem. Ich denke es wird bei den Unternehmenbesteuerung zu einem "Race to the bottom" kommen. Vielleicht werden die EU Regierungschefs aber auch wach und harmonisieren das Steuerrecht so, dass Unternehmen keine Vorteile mehr haben werden; egal wo sie in Europa produzieren. Daran glaube ich allerdings am wenigsten. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Ich habe auf jeden Fall den Fonds übergewichtet im Depot, der ausschließlich die 80 Unternehmen aus Europa und den USA im Portfolio hat, die an der Industrialisierung 4.0 am stärksten profitieren. Was soll ich auch sonst tun? In diesem Sinne. Danke für Ihre Berichte. Die weitsichtigsten bei CK.
    kaito am 03.04.2017 um 20:54 Uhr
    Finde es gut und richtig das Sie fortlaufend über dieses zukunftsträchtige Thema berichten. Korreliert auch gut mit z.B. den Meinungen von Gerald Hörhan.

    Zu folgendem Absatz aus Ihrem Bericht
    ...
    "Danach verfügen nun 18% der deutschen Bevölkerung über einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Im Vergleich mit den 1970iger Jahren hat sich dieses Niveau zwar verdreifacht. "
    ...
    möchte ich die Meinung von Laszlo Bock entgegenhalten, seines Zeichens Personalchef von Google.

    "Ein guter Uniabschluss kann der Karriere im Weg stehen, er macht Absolventen überheblich. Google sucht nach Menschen, die gleichzeitig ein großes und ein kleines Ego haben. Die Absolventen mit dem besten Notenschnitt haben meist nur ersteres, weshalb Google nach Menschen Ausschau hält, die gezeigt haben, dass sie auch ohne Uniabschluss vorwärtskommen können."

    Soll nur zum Ausdruck bringen das ein Uniabschluss in der Welt der Digitalisierung nicht mehr automatisch der "Eichel-Ober" sein wird. In Gegenden wie dem Silicon Valley werden schon heute relativ betrachtet mehr Akademiker arbeitslos als an anderen Orten.
    JanBulka am 04.04.2017 um 07:29 Uhr
    @axlome: exponentielles Wachstum......gerne hier anknüpfen:

    https://www.sein.de/transhumanismus-...ie-menschheit/

    Kommentar


    • #3
      Reinhard am 04.04.2017 um 11:24 Uhr
      Bis zum Punkt 3. stimme ich „axlome“ in vielen Punkten zu.
      Aber warum haben wir seit Jahren die niedrigste Arbeitslosenquote?
      Diese Frage sollte sich jeder kritische und interessierte Leser stellen.

      Ich möchte jetzt nicht politisch werden, aber die Anfänge wurden mit der Agenda 2010 weitgehend von der SPD und dem Bündnis/90 Die Grünen (Kabinett Schröder) umgesetzt. Und dies möchte ich nicht als positiven Punkt aufführen.

      Die Einführung der Agenda 2010 hat meiner Meinung nach den Sozialabbau in Deutschland massiv vorangetrieben.

      Wenn jemand nach einem Jahr der Arbeitslosigkeit keine Arbeit gefunden hat, wird ihm entweder der Weg zu Hartz4 oder zur Leiharbeit (private Vermittlung) geebnet.

      Wer fällt eigentlich aus der Arbeitslosenquote heraus?

      Also wer sich nicht arbeitssuchend meldet, taucht in der Statistik nicht auf.
      Gleiches gilt laut AfA (Agentur für Arbeit) für alle, die nicht mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten können. Auch wer krankgeschrieben ist, fällt in dieser Zeit heraus.

      In der Arbeitslosenstatistik fehlen vor allem diejenigen, die durch Weiterbildungs-, und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gefördert werden. Zusätzlich streicht die AfA alle aus der Statistik, die eine Vermittlung erschweren, weil sie ihre Pflichten bei der Jobsuche nicht erfüllen - zum Beispiel, weil sie nicht oder nicht zeitnah dazu bereit sind, an Maßnahmen der AfA teilzunehmen. Es gibt natürlich noch weitere Regelungen die ich hier nicht weiter aufführen möchte.

      Ob die Vorgehensweise der Weiterbildungsmaßnahmen oder Vermittlungsvorschlägen in manchen Fällen für die Arbeitssuchenden effektiv oder total unbrauchbar sind, steht auf einem anderen Blatt.

      Die deutsche Arbeitslosenquote kann man laut ILO (int. Arbeitsorganisation) nicht mit anderen Ländern vergleichen. Da sich die Regeln für die Berechnungen stark von denen der deutschen Vorgaben unterscheiden. Laut ILO ist die Arbeitsquote in Deutschland sogar nur bei ca. 4,3%.

      Traue keiner Statistik, die du… Wer lägt eigentlich die Regeln für die Berechnung der Arbeitslosenquote fest? Die Regelungen der Arbeitslosenquote wurden auch seit der Auflegung von Agenda 2010 mehrmals positiv angepasst.

      Nun möchte ich gerne noch auf die vermeintlich Vergessenen der Digitalisierung eingehen. Man sollte berücksichtigen, dass nicht jeder für die SPS-Programmierung (speicherprogrammierbare Steuerung) von Robotern und den damit verbunden Umgang mit der implementierten Software zur Bedienung der Maschine geeignet ist.

      Oder genauso meine ich, dass nicht jeder menschlich und fachlich als Sozialarbeiter geeignet ist. Ich finde, da macht man sich das ganze etwas zu leicht mit der neuen Digitalisierung oder Industrie 4.0 und die vermeintlich daraus resultierenden Auswirkungen.

      In der Industrie wird in den verschiedenen Bereichen eine Menge an Daten gesammelt und versucht aus dieser unendlichen Datenmenge eine Optimierungs-. und Produktivitätswelle in Gang zu setzen. Ich kenne dies aus eigener Erfahrung. Oft werden dabei auch unnötige Prozesse digitalisiert. Dabei sollte man das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren. Irgendwer muss diese Menge an produzierten Produkten in der Zukunft kaufen. Ob das bedingungslose Grundeinkommen hier der richtige Weg ist, scheint mir noch nicht ganz klar zu sein.

      Ich möchte mich aus heutiger Sicht und Kenntnisstand klar auf die Seite der Digitalisierung in der Wirtschaft stellen. Dagegen sein bringt ihr absolut nichts. Sie wird kommen so oder so. Wir sollten die Zeit jetzt sinnvoll nutzen und uns mit diesem Thema sachlich auseinandersetzen. Die Maschine sollte weiterhin dem Menschen dienen und nicht andersherum.

      Dies wird aber vermutlich in absehbarer Zeit nicht kommen. Das Streben nach immer mehr Wachstum weltweit fördert diesen Prozess zum Vorteil der großen Unternehmen und daher auch die damit verbundenen Nachteile für die Beschäftigten.

      Im Moment sehe ich leider nicht das nötige Interesse aus der Politik und Wirtschaft kommen, sich kritisch, sachlich und ausgiebig in Zukunft mit diesem Thema zu beschäftigen.

      Kommentar

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