Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Über den Titel Exportweltmeister kann sich Deutschland derzeit überhaupt nicht freuen

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Über den Titel Exportweltmeister kann sich Deutschland derzeit überhaupt nicht freuen

    2016 ist Deutschland wieder Exportweltmeister geworden. Dies ist auch ein Beweis der Stärke der deutschen Industrie. Offensichtlich hat der deutsche Industriestandort einiges besser gemacht als andere. Selbst wenn deutsche Reformaktivitäten in den letzten Jahren zu einem Sturm im Wasserglas verkommen sind, ist Deutschland dennoch mindestens immer noch der Einäugige unter den Blinden.


    Den vollständigen Beitrag finden Sie unter diesem Link.

  • #2
    Die bisher zu diesem Beitrag geposteten Kommentare:
    Koh am 01.02.2017 um 17:13 Uhr
    Alles schoen und gut: man sollte unbedingt, und zeitnah darauf achten, das bezahlt wird, was geliefert wurde. Mehr kann ich nicht anraten. Alles Gute.
    karl.knoten am 01.02.2017 um 21:24 Uhr
    Ich empfehle mal den Herrn Hainer Flassbek ehem. Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen

    https://www.youtube.com/watch?v=mcIRAMM_E48

    Laut diesem haben wir uns in der EU mit der gemeinsamen Währung auf ein gemeinsames Inflationsziel geeinigt. Dieses Inflationsziel beträgt 1,9% Damit ist dieser seltsame Gedanke von Wettbewerbsfähigkeit obsolet. Schliesslich arbeitet man unter dem Mäntelchen der gemeinsamen Währung und dem rechtlichen Gebilde der EU zusammen. Zusammenarbeit - das ist das Gegenteil von Konkurrenz und Wettbewerb etc.

    Er sagt ganz vereinfacht: Lohnstückkosten - Produktivität = Inflation

    Steigt die Produktivität durch z.B. bessere Maschinen oder Roboter, dann müssen auch die Lohnstückkosten steigen, damit die Inflation konstant bleibt. Wenn wir das in Europa alle gemäss der Landeseigenen Entwicklung tun, funktioniert die Währungsunion.

    Ganz simpel hat er hier ein sehr komplexes Problem auf den relevanten Kern reduziert. Verständlich für jedermann.

    Unsere Produktivität ist laut Flassbeck identisch mit der von Frankreich. Frankreich hat seine Löhne exakt so erhöht, dass das Inflationsziel perfekt eingehalten wurde. Die Franzosen haben also alles genau wie vereinbart durchgeführt. In ihrer Aufzählung gehört Frankreich also nicht herein. Die Franzosen haben "entsprechend ihrer Verhältnisse gelebt".
    Wohl aber Italien, Griechenland, Spanien etc. diese haben sich höhere Löhne gegönnt, als es ihrer Produktivität entsprechen würde.

    Wer aber am meisten über die Strenge geschlagen hat ist Deutschland. Indem hier viel zu sehr "unter den Verhältnissen gelebt wurde", schadete man sich selbst und der ganzen EU. Die Löhne sind nicht einmal konstant geblieben sondern wurden dank zurückhaltender Tarifpolitik noch gesenkt. Während die Produktivität mit gleicher Geschwindigkeit stieg, wie in Frankreich.
    In Zahlen: zum Ausgleich unserer "Zurückhaltung" sind 20-25% höhere Lohnstückkosten nötig! Mit diesem Verhalten haben wir unsere Nachbarn abgewürgt.

    Und hier meine These:

    Trump (respektive seine Berater sind) ist genial. Seine Aussage mag für Amerika Bullshit sein und ihre These bzgl. Qualität mag auf Amerika zutreffen. Für den Rest von Europa gilt das nicht. Hier sind wir der Auslöser der Krise und tragen mit dem vorsätzlichen nicht-Einhalten der Inflationsziele eine grosse Schuld. Eine Schuld gegenüber der eigenen Bevölkerung (Lohndumping mittels Harz, Minijobs, Leihsklavenarbeit, etc.) und den Ländern in Europa die mit zu geringen Löhnen nicht konkurrieren können oder wollen.

    Dem Rest von Europa wird dieser Sachverhalt auch irgendwann einmal klar werden. Die, die dann bemerken, dass die BRD den Rest von Europa gelinkt hat werden sich dann um Trump scharren. So haben die USA erneut einen weiteren KEIL gefunden, den sie wirksam in Europa eintreiben können.
    Und dank unserer Geilheit auf den schwachsinnigen Titel des Exportweltmeisters haben wir eine loose-loose-loose situation produziert.
    Die Vereinigten Staaten aber können die EU als unliebsamen Konkurrenten so von innen stark schwächen. also eine win-loose-Situation, wie die USA sie lieben.
    MJCASH am 01.02.2017 um 22:48 Uhr
    EIGENEN DEAL?! Nationale Nestwärme in D ist kein Thema, die Löhne stagnieren hier seit Jahren und Schröder/Grün freut sich bis heute, in diesem Land den größten Niedriglohnsektor in Europa geschaffen zu haben. Inlandsnachfrage interssiert niemand, denn man exportiert lieber Schulden und Arbeitslosigkeit ins Ausland um sich so als Exportweltmeister zu feiern. Der für D unterbewertete Euro ist eine willkommene Nebensache über die man auch einfach schweigt! Aber immer feste druff, auf die bösen Ausländer ....
    Lieber Herr Halver, da hätte ich statt oberflächlichem (populistischem!?) Trumpbashing mehr Tiefgang von Ihnen
    erwartet, denn das Thema "Außenhandesüberschuss" wird im Ausland schon seit Jahren heftig diskutiert, nur leider kaum in D. Kratzt wahrscheinlich zu sehr am selbstverliebten Weltbild !?!?

    ironalex am 02.02.2017 um 10:00 Uhr
    @MJCASH: Dem gibt es nichts hinzu zu fügen!
    Herr Halver, ich schätze ihre Beitrage in der Regel. Aber Sie verschweigen, dass seit vielen Jahren ein exzessives Lohndumping in »D« betrieben wird, das sich mittlerweile in erheblichem Maße auf unsere Sozialsysteme auswirkt. Exportweltmeister! (3. Platz was Rüstung betrifft) – Wie's da drinnen aussieht…

    Kommentar


    • #3
      Auch ich möchte mich zu diesem Artikel, wenn auch verspätet noch kritisch äußern. Hatte bislang einfach noch keine Zeit gefunden. Die betriebswirtschaftlichen Ausführungen von Herrn Halver zu diesem volkswirtschaftlichen Thema kann ich bestenfalls als verkürzt einordnen. Ich schätze Herrn Halver grundsätzlich sehr, aber in diesem Thema muss man mindestens das einwerfen was User "karl.knoten" schon getan hat - vgl. Heiner Flassbeck. Das die Deutsche Wirtschaft von herausragender Qualität ist, ist völlig unbestritten. Dennoch ist ein wesentlicher Grundsatz einer jeden Volkswirtschaft, welche nachhaltig wirtschaftet eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz - hierzulande ist das sogar in Gesetzesform gegossen. Diesen Grundsatz verletzt Deutschland nun seit über 15 Jahren, in immer massiverer Form. Ein Außenhandelsüberschuss von fast 300 Milliarden Dollar, deutlich höher als der Chinas, ist weder gesund noch nachhaltig.

      ​China z.B. will von dieser Situation stückweise weg kommen - die wissen schon warum, in Deutschland ist das unvorstellbar - bewusst seine Abhängigkeit vom Export senken?
      ​Interessant auch die Tatsache das diese riesigen Überschüsse der Außenhandelsbilanz erst seit der Einführung des Euro bestehen , zu D-Mark-Zeiten waren wir zwar auch Exportweltmeister, aber eben auch Importweltmeister - die Außenhandelsbilanz hatte bei weitem nicht dieses Ungleichgewicht.

      ​Diese immer als große Stärke (Exporte) verschriene Tatsache ist gleichzeitig die größte Schwäche unserer Wirtschaft. Warum? Weil wir uns in massive Abhängigkeit anderer Länder, also unserer Kunden begeben. Dieser Überschuss beträgt inzwischen ca. 9% der gesamten Wirtschaftsleistung, das ist nur noch mit Wahnsinn zu beschreiben und nebenbei noch gegen geltendes EU-Recht , wo maximal 6% zugelassen sind (übrigens auch aus gutem Grund - Deutschland hatte an dieser Regel maßgeblichen Einfluss). Wichtig ist, das haben wir die letzten Jahre ja gelernt, sich an die Regeln zu halten - offenbar gilt dieser Grundsatz für Deutschland nicht.
      ​Denn es gilt der Grundsatz: Die Überschüsse des Einen sind die Defizite des Anderen, Deutschland ist darauf angewiesen das sich andere Länder verschulden um unsere Produkte zu kaufen. Kreditgeber hierfür sind im Euroland sogar auch noch die Deutschen....sagenhaft...man deckt echt alles ab. Blöd nur das sich mit diesem Mechanismus keine Währungsreserven wie in China schaffen lassen sondern sich nur uneinbringliche Forderungen aufhäufen.

      ​Diese enormen außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte sind ein wesentlicher Teil der Probleme in Europa, die Spaltung und Ungleichheit nimmt zu. Und diese kritische Sicht auf Deutschland verbreitet sich nebenbei gesagt immer weiter, vor allem in Italien.
      Genau das ist übrigens der Grund warum sämtliche länderübergreifenden Währungsunionen immer gescheitert sind - Eine Spaltung in Reich und Arm - die Armen schimpfen auf die Reichen, die Reichen wollen nicht weiter für die Armen zahlen - also geht man irgendwann getrennte Wege. Die Geschichte lehrt uns offenbar mal wieder das uns die Geschichte nichts lehrt.

      ​Was das Währungsthema angeht vielleicht noch folgendes: Der Vorwurf von Trump, Deutschland würde seine Währung (also den Euro) künstlich nach unten manipulieren ist so erst einmal falsch. Auf die EZB hat Deutschland tatsächlich keinen Einfluss mehr. Dennoch hat Trump in letzter Instanz recht, wenn man das eigentliche Thema der Ungleichgewichte im Außenhandel betrachtet. Warum?
      ​1. Weil der Euro als solcher, ob nun künstlich durch die "autonome" EZB abgewertet oder nicht eine viel zu schwache bzw. weiche Währung für dieses Land ist.
      ​2. Weil die Reallöhne in diesem Land auf dem Niveau von vor 20 Jahren sind, und damit hat Deutschland in der Tat künstlich durch Lohndumping innerhalb der Währungsunion abgewertet

      ​All diese Punkte verleiten mich dazu sehr viel vorsichtiger zu sein , es bestehen große Probleme und Deutschland ist am Ende des Tages abhängig. Problem in diesem Land ist das man meint über allem erhaben zu sein ohne beide Seiten der Medaille zu betrachten (d.h. man blendet diese Abhängigkeit konsequent aus).

      ​Das andere Länder auch Ihre Hausaufgaben machen müssen ist a) unbestritten und b) ein anderes Thema. Und wenn von "Hausaufgaben" geredet wird muss endlich Schluss sein mit diesen Lohnsenkungen. Die Löhne in Deutschland müssen steigen (woanders auch aber insbesondere hier), nicht wo anders sinken - wie Toll das funktioniert hat man in Griechenland ja gesehen - die Leute verdienen deutlich weniger und siehe da.... sie geben auch deutlich weniger aus....was für eine Überraschung.

      Kommentar

      Lädt...
      X